


Wasserschloss Bauda
| Ort: | Bauda (Großenhain, Meißen) |
|---|---|
| Typ: | Wasserburg |
| Datierung: | Hochmittelalter | Spätmittelalter | 1100 - 1400 n. Chr. |
Beschreibung
In den Feuchtwiesen der Röderniederung, östlich des Dorfes Bauda,befinden sich die im Luftbild gut erkennbaren Reste einer mittelalterlichen Wasserburg. Schon im 19. Jahrhundert fand sie Beachtung durch Karl Benjamin Preusker (1786–1871), dem Pionier der sächsischen Archäologie. Entsprechend früh, nämlich bereits im Jahr 1935, wurde die Burganlage in die sächsische Denkmalliste eingetragen. Über die Burg selbst ist aber wenig bekannt. Sie entstand vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts und dürfte nur wenige Jahrhunderte, bis ins Spätmittelalter bestanden haben.
Michael Strobel/Annemarie ReckDie Erhaltung damals und heute
In Karl Benjamin Preuskers Werk „Blicke in die vaterländische Vorzeit“ (Bd. 3, S. 133) von 1844 wird der Fundort als „unlängst noch mit mehrhundertjähr. Eichen bestanden“ beschrieben. Außerdem soll der runde Graben noch mit den Resten eines „Aufwurfes“, also eines Walles umgeben gewesen sein. Heute ist im Innern lediglich noch der bis zu 35 m breite Bühl als flache Erhebung zu erahnen, während sich der runde Graben als leichte Senke darstellt. Das Wiesengelände um die Wasserburg muss ursprünglich sehr sumpfig gewesen sein, durch Drainagen ist das Gelände heute weitgehend trockengelegt.
Michael Strobel/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2023.
Erste Luftbilder
Von nur wenigen archäologischen Denkmalen des Freistaats Sachsen sind bereits Luftbilder aus der Zeit vor 1945 überliefert. Bereits in den Jahren 1939/1940 nutzte der Landespfleger Georg Bierbaum (1889–1953) seinen Kontakt zu dem damals in Großenhain stationierten Major der Luftwaffe Hauffe, um von dem Bodendenkmal erste Luftbildaufnahmen zu erhalten. Bei einer ersten Befliegung im November 1939 war die Wasserburg nur am Bildrand schwach zu erkennen. Eine Aufnahme aus dem Sommer 1940 (Bild) zeigt die Anlage links eines Entwässerungsgrabens ungleich besser. Da das Ortsaktenarchiv durch die schweren Bombenangriffe im Februar 1945 jedoch zerstört worden war und unter Trümmern begraben lag, trugen die Schwarzweißabzüge erhebliche Feuchtigkeitsschäden davon.
Michael Strobel/Annemarie ReckBildquelle Mittelformat-Schwarzweißnegativfilm Aufnahme 03.06.1940 ©LfA 1940.
Neue Strukturen
Erst auf den Luftbildern der letzten 30 Jahre kann die Größe der Burg wirklich erfasst werden. Vor allem im trockenen Sommer 2019 hoben sich weitere, zuvor kaum erkennbare Grabenstrukturen aus der Wiese hervor. Dabei wurden neben dem runden Graben und dem Bühl zwei rechteckige Gevierte im Westen und Nordwesten sichtbar, die vermutlich Teil der Befestigung waren. Unklar ist, ob weitere, im Süden befindliche Grabenstrukturen ebenfalls im Bezug mit der mittelalterlichen Wasserburg stehen.
Michael Strobel/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Foto, Blick nach Süden ©LfA 2019.
Literatur
Karl Preusker, Blicke in die vaterländische Vorzeit. Sitten, Sagen, Bauwerke, Trachten, Geräte. Bd. 3 (Leipzig 1944) 127; 133 Taf. VI 32.
Michael Strobel, Wasserburg Bauda. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 82–83.
Hinweis zum Denkmalschutz
Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.
Permalink
https://archaeo-sn.de/ort/3829/
Zitat des Beitrags
Michael Strobel/Annemarie Reck, Wasserschloss Bauda. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (24.05.2024). https://archaeo-sn.de/ort/3829/ (Stand: 16.08.2026)