



Grabhügelfeld an der Annaburger Heide
| Ort: | Großtreben (Beilrode, Nordsachsen) |
|---|---|
| Typ: | Hügelgrab/Hügelgräberfeld |
| Datierung: | Lausitzer Kultur | 1350 - 900 v. Chr. |
Beschreibung
Nördlich des Ortes Großtreben, am Rande der Annaburger Heide, befindet sich ein außergewöhnliches Bodendenkmal aus der jüngeren Bronzezeit. Obwohl heute keine obertägig sichtbaren Strukturen mehr davon zeugen, konnten im Bereich von Raphübelweg und Bethauer Straße mithilfe der Luftbildarchäologie die Überreste eines 3000 Jahre alten Hügelgräberfeldes beobachtet werden. Insgesamt handelt es sich um die Umrisse von mindestens 66 Grabbauten, die sich im Boden als Bewuchsmerkmale abzeichnen. Ihr Aussehen entspricht den typischen Merkmalen für bronzezeitliche Grabanlagen in der Mittelelberegion nördlich von Torgau, wie sie von Menschen der bronzezeitlichen Lausitzer Kultur erbaut wurden.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckDer Plan
Das Areal direkt am Ortsausgang von Großtreben wird heute von zahlreichen, schmalen Feldstreifen eingenommen. Durch die stellenweise kleinteilige Parzellierung des durchaus weitläufigen Gräberfeldes und der unterschiedlichen Bestellung der Felder, können niemals alle Hügelgräber gleichzeitig beobachtet werden, sondern jeweils nur wenige auf einzelnen Feldern. Auf der Grundlage mehrjähriger Befliegungen mit verschiedenen Beobachtungen konnte ein Plan der Fundstelle umgezeichnet werden.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Plan ©LfA 2024.
Bewuchsmerkmale
Aufgrund der jahrhundertelangen landwirtschaftlichen Nutzung des Areals sind die Hügelgräber inzwischen vollkommen eingeebnet und zeichnen sich nicht mehr durch Bodenerhebungen ab. Heute noch erkennbar sind lediglich die ringförmigen Gräben, die den Hügelfuß ursprünglich einmal umgaben. Da sich in den einstigen Gräben Feuchtigkeit besser staut, zeichnen sie sich deutlich im Bewuchs ab. Ebenso lassen sich die Reste von Altarmen der Elbe als breite, dunkelgrüne Streifen erkennen, die auf eine gute Versorgung mit Grundwasser hinweisen.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2009.
Das Grabhügelfeld
Die insgesamt 66 bislang erkannten Grabbauten liegen sehr dicht zusammen auf einer sandigen Kuppe im Bereich der Elbaue. Der Durchmesser der Hügel variiert zwischen 12 und 31 m. Die ringförmigen Umfassungen der Hügel sind dabei nicht durchgehend, sondern weisen zum Teil eine oder mehrere stegartige Unterbrechungen auf. Dieser Aufbau ist in dieser Region typisch für Hügelgräber der Lausitzer Kultur. Das gesamte Gräberfeld nimmt eine Fläche von 380 x 250 m ein, mit einer deutlichen Häufung der Anlagen im Süden, während die Verteilung nach Norden und Nordosten hin strahlenförmig ausdünnt.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2020.
Die größte Anlage
Der größte Hügel (siehe Plan) iegt im östlichen Bereich des Gräberfeldes und wird von der Bethauer Straße geschnitten. Er weist bei einem Durchmesser von 31 m zwei bis möglicherweise drei Unterbrechungen im Graben auf. Unweit liegen weitere Grabhügel mit ebenfalls relativ großen Durchmessern. Dazwischen gab es auch mehrere deutlich kleinere Hügelgräber, die vor allem den Westteil des Gräberfeldes dominieren.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2018.
Literatur
Ronald Heynowski, Grabhügel am Rande der Annaburger Heide. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 64–65.
Hinweis zum Denkmalschutz
Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.
Permalink
https://archaeo-sn.de/ort/3901/
Zitat des Beitrags
Ronald Heynowski/Annemarie Reck, Grabhügelfeld an der Annaburger Heide. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (17.06.2024). https://archaeo-sn.de/ort/3901/ (Stand: 14.08.2026)