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Topografie
Schellenburg
Erste Umbauten
Jagdschloss Augustusburg

Augustusburg

Ort: Augustusburg (Augustusburg, Mittelsachsen)
Typ: Wehranlagen/Befestigungen
Datierung: Hochmittelalter | Spätmittelalter | Neuzeit | seit 1200 n. Chr.

Beschreibung

Schloss Augustusburg erhebt sich auf dem Schellenberg über die gleichnamige Stadt. Bis zu ihrer Umbenennung im Jahr 1899 wurde der Ort ebenfalls Schellenberg genannt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er bereits im Jahr 1206. Er war Stammsitz der Reichsministerialen von Schellenberg, die im 13. Jahrhundert auf dem Berg ihre Burg errichteten. Später geriet die Anlage in die Hände der Wettiner. Im Jahr 1553 gelangte sie schließlich in den Besitz von Kurfürst August von Sachsen, der beschloss die im Schmalkaldischen Krieg durch Brand stark zerstörte Schellenburg zu schleifen. An dessen Stelle ließ er ein Jagdschloss im Renaissancestil erbauen. Um 1800 wurde das Schloss entsprechend dem zeitgenössischen Geschmack im klassizistischen Stil umgestaltet. Heute wird die Anlage als Museum genutzt.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Topografie

Die hochmittelalterliche Schellenburg wurde auf einem markanten und steil ansteigenden Bergstock errichtet, der mit einer Höhe von 515 m ü. NHN das umliegende Gelände überragt. Der Berg stellt im Mittleren Erzgebirge eine zentrale Landmarke dar und ist weithin sichtbar. Die heute auf dem Schellenberg aufsitzende Augustusburg trägt nicht umsonst den Beinamen „die Krone des Erzgebirges“.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2021.

Schellenburg

Zu dem ältesten Teilen der Schellenburg zählte der Burgfried, der eine Mauerstärke von 3,5 m besaß und einen Gesamtdurchmesser von 9 m hatte. Eine Ringmauer fasste das Burgareal ein. Im Verlauf des 13. Jahrhunderts versuchten die von Schellenberg ihren Herrschaftsbereich auszubauen, wodurch sie mit dem Kloster Altzella und den Wettinern in Konflikt gerieten. 1293 wurde zunächst eine gerichtliche Lösung gefunden, allerdings flammten die Streitigkeiten zu Beginn des 14. Jahrhunderts erneut auf. Infolge dessen wurden über Heinrich von Schellenberg der Kirchenbann und die Reichsacht verhängt. 1323 war die Herrschaft der Schellenberger faktisch aufgelöst.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Bildquelle OA 35020/17, Foto 1960er-Jahre ©LfA 2024.

Erste Umbauten

Im Nachgang wurde die Burg als Lehen oder Pfand in verschiedene Hände gegeben, bis sie im Laufe des 14. Jahrhunderts schließlich in den wettinischen Herrschaftsbereich überging. Die Wettiner leiteten umfangreiche Um- und Ausbauten ein, die teilweise mit der Abtragung der älteren Bebauung einherging. Im Zuge dessen entstand ein Zwinger mit einer umfangreichen Randhausbebauung entlang der Mauern.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2013.

Jagdschloss Augustusburg

Infolge des Schmalkaldischen Krieges wurde die Schellenburg durch einen Brand stark beschädigt. 1553 beschloss Kurfürst August von Sachsen, der in der Zwischenzeit in den Besitz der Burg geraten war, sie abzutragen und auf der planierten Fläche ein Jagdschloss im Stil der Renaissance zu errichten. Das Grundkonzept stammte vermutlich von dem kursächsischen Landbaumeister Hans Irmisch, wurde lange jedoch dem Leipziger Architekten Hieronymus Lotter zugeschrieben.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Bildquelle O. Braasch, Foto ©LfA 1993.

Literatur

Ronald Heynowski, Augustusburg – Stammsitz der Schellenberger. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 164–165.
Schellenberg – Augustusburg. Beiträge zur 800-jährigen Geschichte (Marienberg 2006).

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags

Ronald Heynowski/Annemarie Reck, Augustusburg. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (01.08.2024). https://archaeo-sn.de/ort/3950/ (Stand: 26.09.2026)

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