

Grünes Band bei Posseck
| Ort: | Posseck (Triebel, Vogtlandkreis) |
|---|---|
| Typ: | Grenzanlagen |
| Datierung: | Neuzeit | Moderne | 1952-1991 |
Beschreibung
Das sogenannte „Grüne Band“ zieht sich mit einer Länge von insgesamt 1393 km von der Ostseeküste quer durch Deutschland bis zum historischen Dreiländereck Bayern/Böhmen/Sachsen beim oberfränkischen Prex. Im Freistaat Sachsen misst der ehemalige innerdeutsche Grenzverlauf vergleichsweise kurze 45 km. Der einstige Todesstreifen, der die Staatsgrenze zwischen der DDR und der damaligen BRD markiert, stellte schon während seiner Nutzungszeit einen wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten dar. Gegenwärtig besteht das Grüne Band aus einer Aneinanderreihung von insgesamt 13 verschiedenen Schutzgebieten unterschiedlicher Kategorien, die in naher Zukunft jedoch von dem Nationalen Naturmonument Grünes Band abgelöst werden soll. Aus archäologischer Sicht handelt es sich um das vielleicht jüngste Bodendenkmal Sachsens.
Stefanie Bilz/Annemarie ReckLage
Das Grüne Band tangiert heute insgesamt zwölf Gemeinden des Vogtlandkreises, Pabstleithen und Tiefenbrunn (Gde. Eichigt), Posseck, Gassenreuth, Sachsgrün, Troschenreuth, Weidersberg und Blosenberg (Gde. Triebel/Vogtl.), Heinersgrün, Krebes, Gutenfürst und Grobau (Gde. Weischlitz). Noch heute stellen viele Abschnitte des einstigen Grenzstreifens mit ihren im Gelände teilweise noch erfahrbaren Monumenten wichtige Erinnerungsorte von überregionaler Bedeutung dar. Sowohl im unmittelbaren Grenzbereich, als auch in der 5 km breiten Sperrzone davor bedingte die Befestigung in den Jahren 1952 und 1961 die vollständige oder teilweise Räumung ganzer Siedlungen, in dessen Folge die Anwohner zwangsumgesiedelt und ihre Häuser geschleift wurden.
Stefanie Bilz/Annemarie ReckBildquelle S. Bilz, Foto ©LfA 2023.
Aufbau und Abbruch
Der Aufbau des inneren Schutzstreifens begann mit dem Kolonnenweg, an den sich der 6 m breite Spurensicherungsstreifen, der Kfz-Sperrgraben, der zwischen 1978 und 1985 beräumte Minenstreifen, der Steckmetallzaun und das vorgelagerte Hoheitsgebiet anschlossen. Heute noch erhalten sind zudem zwei Grenztürme, einer nördlich der A 72 und ein weiterer zwischen den Orten Tiefenbrunn und Mittelhammer. Im Zuge der Wiedervereinigung wurde ab 1991 mit der Beräumung des Grenzstreifens durch die eigens gegründete Gesellschaft zum Abbau und zur Verwertung von Altanlagen und Altlasten mbh begonnen.
Stefanie Bilz/Annemarie ReckBildquelle S. Bilz, Foto ©LfA 2023.
Literatur
Stefanie Bilz, Das Grüne Band. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 156–157.
Landratsamt Vogtlandkreis (Hrsg.), 30 Jahre Grenzöffnung. Das Grüne Band im Vogtlandkreis (Plauen 2019).
Hinweis zum Denkmalschutz
Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.
Permalink
https://archaeo-sn.de/ort/3954/
Zitat des Beitrags
Stefanie Bilz/Annemarie Reck, Grünes Band bei Posseck. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (26.07.2024). https://archaeo-sn.de/ort/3954/ (Stand: 17.08.2026)