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Wallspuren auf dem Sporn
Wall und Graben
Befunde und Funde

Burgberg Zadel

Ort: Zadel (Diera-Zehren, Meißen)
Typ: Befestigte Anlage
Datierung: Hochmittelalter | 1000 - 1200 n. Chr.

Beschreibung

Auf einem Felssporn bei Zadel am Ostufer der Elbe befinden sich die Ruinen einer Burg aus dem 11. Jahrhundert. Bereits 1074 wird in historischen Quellen erstmals ein Burgward in Zadel (Zadili) erwähnt. Noch heute lassen sich immer deutliche Wallspuren an dem noch immer als „Burgberg“ bekannten Sporn erkennen. Die Anlage wurde vermutlich als deutscher Herrschaftsstützpunkt im Zuge der Ostexpansion des Ostfränkischen Reiches erbaut. Im Gegensatz zu den Burgbergen in Zehren und Meißen bietet der Sporn in Zadel weniger natürlichen Schutz. Weshalb davon ausgegangen wird, dass der Wall zu einer Zeit errichtet wurde, als sich auch im Hinterland weit rechts der Elbe schon Stützpunkte des Reiches befanden und bereits größere Sicherheit herrschte. Dieser These zufolge löste die Burg Zadel den Burgberg Zehren als Burgwardssitz ab und wurde erst nach dessen Auflassung in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut.

Annemarie Reck

Wallspuren auf dem Sporn

Der Geländesporn in Zadel wurde von einem Wall geschützt und mit einem Querwall abgeriegelt. Ein zusätzlicher Vorwall ist aufgrund von Überbauung kaum noch sichtbar. Der Querwall wurde 1952 zugunsten einer Grundstückseinfahrt durchbrochen. 1982 fand eine archäologische Ausgrabung an einem Abschnitt des Hauptwalles statt. Dabei zeigte sich, dass sich unter dem heute noch sichtbaren Erdwall eine zweischalige, holzversteifte Mauerkonstruktion mit vorgelagertem Graben verbirgt.

Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2006.

Wall und Graben

Die Holz-Erde-Mauer war etwa 2,5 m mächtig und beiderseits mit einer Trockenmauer verblendet. Die Außenfront war recht gut erhalten, während von der Innenfront nur die unterste Schicht erhalten war. Diese wurde bei der Anlage eines Weinberges im 19. Jahrhundert zum Teil abgetragen und stark geschädigt. Der Graben war bis zu 1,60 m tief und reichte bis in den anstehenden Felsen hinab. Seine ursprüngliche Breite maß 15 m.

Annemarie Reck

Bildquelle T. Gerlach, Foto ©LfA 1982.

Befunde und Funde

Aufgrund des großflächigen Abtrags der Kulturschichten bei Anlage des Weinberges im 19. Jahrhundert kann über die einstige Innenbebauung keine Aussage mehr getroffen werden. Der ehemalige Vorburgbereich ist stark überbaut, weshalb über ihr Ausmaß nichts bekannt ist. Jedoch konnten in diesem Bereich einige Funde geborgen werden. Die ältesten Fundstücke stammen dabei bereits aus der Bronzezeit. Einige frühmittelalterliche Scherben typisch „slawischer“ Machart deuten zudem an, dass der Sporn bereits ab den 10. Jahrhundert bewohnt war. Ob es jedoch zu früherer Zeit schon eine Wehrsiedlung gegeben hatte, die der hochmittelalterlichen Burganlage als Vorläufer diente, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Annemarie Reck

Bildquelle H. Quietzsch, Foto ©LfA 1972.

Literatur

Werner Coblenz/Thomas Gerlach, Grabungen am Burgwall Zadel, Kr. Meißen. In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beih. 29 (Berlin 1984) 26 –30.
Werner Coblenz, Burgberg Zadel, der Nachfolgeburgwardsmittelpunkt von Zehren? In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beih. 18 (Berlin 1988) 378–381.
Reinhard Spehr, Gana – Paltzschen – Zehren. Eine archäologisch-historische Wanderung durch das Lommatzscher Land (Dresden 2011) 185.

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags / Citation

Annemarie Reck, Burgberg Zadel. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (01.02.2024). https://archaeo-sn.de/ort/burgberg-zadel/ (Stand: 24.05.2024)

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