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Form und Größe
Neuzeitliche Umgestaltung
Das Schloss heute

Frühmittelalterliche Wallanlage in der Gröditzer Skala

Ort: Gröditz (Weißenberg, Bautzen)
Typ: Burgwall | Wehranlagen/Befestigungen
Datierung: slawisch (allg.) | 900 - 1100 n. Chr.

Beschreibung

Nordwestlich von Weißenberg, wo das Löbauer Wasser von Ost nach West fließt, liegt das Naturschutzgebiet „Gröditzer Skala“. Der Fluss hat hier durch die Grauwacken ein steiles Tal eingeschnitten, dessen zum Teil felsige Hänge von einem artenreichen Laubwald bedeckt sind. Dieser bildet das Herz des Oberlausitzer Naturschutzgebietes. Auf einem nach Süden vorspringenden, von drei Seiten geschützten Bergsporn nahe dem Durchbruch des Löbauer Wassers im Westen befinden sich die Reste einer slawischen Wallanlage aus dem Frühmittelalter.

Michael Strobel/Annemarie Reck

Form und Größe

Die noch bis zu 10 m hoch erhaltene Abschnittsbefestigung ist mit ihrer L-Form eher untypisch, weshalb angenommen wird, dass sie im Norden zu einer fast ringförmigen Anlage ergänzt werden kann, die ursprünglich eine Fläche von bis zu 75 x 90 m einschloss. Die heute sichtbare Terrassierung im Innern der Wallanlage wurde wahrscheinlich erst im 20. Jahrhundert vorgenommen, als sie in den Schlosspark mit einbezogen wurde.

Michael Strobel/Annemarie Reck

Bildquelle J. Deichmüller, Skizze ©LfA 1937.

Neuzeitliche Umgestaltung

Das nahe Barockschloss wurde im Jahr 1738 nördlich des alten Walls von der Familie von Gersdorff errichtet. Bei ihrem Bau bezogen sie außerdem einen auf der Ostseite gelegenen und direkt auf den Fels gegründeten Wehrturm aus dem 13. bis 14. Jahrhundert mit ein. Er gehörte ursprünglich wohl zu einer hochmittelalterlichen Burganlage, die an die slawische Wallanlage aus dem 10. bis 12. Jahrhundert anknüpfte.

Michael Strobel/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2020.

Das Schloss heute

Das nach einem Brand im Jahr 1922 umgebaute und erneuerte Schloss präsentiert sich heute in einem vorbildlich sanierten Zustand. Es fügt sich wunderbar in die Umgebung des Naturschutzgebietes ein. Als jedoch in den 1970er- und 1980er-Jahren im Norden mehrere Hallen und Ställe für einen Landwirtschaftsbetrieb errichtet wurden, nahm man auf das Erscheinungsbild von Kirche und Gutsanlage ebenso viel Rücksicht wie auf den historischen Park.

Michael Strobel/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2021.

Literatur

Stefan Krabath, Gröditz (Hrodźišćo): Vom slawischen Abschnittswall zum barocken Schloss. In: Regina Smolnik/Jasper von Richthofen (Hrsg.), Die Oberlausitz. Ausflugsziele zwischen Neiße und Pulsnitz. Ausflüge zur Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 51 (Stuttgart 2010) 133–134.
Michael Strobel, Wallanlage und Naturschutzgebiet „Gröditzer Skala“. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 188–189.

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags / Citation

Michael Strobel/Annemarie Reck, Frühmittelalterliche Wallanlage in der Gröditzer Skala. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (31.05.2024). https://archaeo-sn.de/ort/fruehmittelalterliche-wallanlage-in-der-groeditzer-skala/ (Stand: 17.07.2024)

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