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Die Grubenhäuser
Die Siedlung

Grubenhäuser von Börln

Ort: Börln (Dahlen, Nordsachsen)
Typ: Grubenhäuser
Datierung: Römische Kaiserzeit | Völkerwanderungszeit | 0 - 500 n. Chr.

Beschreibung

Auf einer Fläche von 500 m Länge und 180 m Breite erstreckt sich östlich von Börln gelegen eine Siedlung der Römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit. Die Platzwahl erfolgte dabei offenbar nach den für die Zeit in Mitteldeutschland typischen Kriterien. Vorzugsweise handelte es sich dabei um einen gewässernahen Standort – in diesem Fall die in 100 m Entfernung von Ost nach West fließende Lossa – auf einer leichten Anhöhe an einem sanft nach Westen geneigten Hang. Im Luftbild fällt vor allem die hohe Befunddichte ins Auge, darunter bis zu 50 rechteckige Strukturen. Dabei handelt es sich um sogenannte Grubenhäuser, die zumeist als Wirtschaftsgebäude dienten.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Die Grubenhäuser

Die Grubenhäuser messen eine durchschnittliche Größe von 3,3 x 5,2 m und sind sämtlich in Nordost-Südwest-Richtung ausgerichtet. Von Grabungen an vergleichbaren Fundstellen ist bekannt, dass die Häuser etwa hüfttief in den Boden eingegraben waren und ein auf eine Pfostenkonstruktion gestütztes Dach besaßen. Zumeist wurden Grubenhäuser als Wirtschaftsgebäude genützt, da die aufsteigende Kühle und Bodenfeuchte sich besonders gut zur Textilherstellung oder Lagerung von Lebensmitteln eignet.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2018.

Die Siedlung

Zwischen den Grubenhäusern lassen sich zahlreiche runde bis ovale Befunde ausmachen. Ihre Größe entspricht der von Pfostengruben, allerdings lassen sie sich nur selten zu Strukturen verbinden. Langhäuser, die den Menschen in dieser Zeit üblicherweise als Wohngebäude dienten, sind nicht erkennbar. An der Oberfläche zutage getretene Fundobjekte, wie Keramik oder Schmuckgegenstände sprechen für eine Nutzung des Platzes ab der Römischen Kaiserzeit über mehrere Jahrhunderte hinweg. Auch die Verteilung der Befunde deutet auf eine längerfristige Belegung der Siedlungsstelle hin, bei der sich die genutzte Fläche schrittweise ausdehnte und zunehmend in eine Richtung verlagerte.

Ronald Heynowski/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski 2024, 70.

Literatur

Ronald Heynowski, Grubenhäuser. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 70–71.

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags / Citation

Ronald Heynowski/Annemarie Reck, Grubenhäuser von Börln. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (14.03.2024). https://archaeo-sn.de/ort/grubenhaeuser-von-boerln/ (Stand: 17.07.2024)

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