

Hügelgräberfeld von Kaucklitz
| Ort: | Kaucklitz (Arzberg, Nordsachsen) |
|---|---|
| Typ: | Hügelgrab/Hügelgräberfeld |
| Datierung: | Lausitzer Kultur | 1350 - 780 v. Chr. |
Beschreibung
Südlich des Ortes Kaucklitz befindet sich im Niederungsbereich der Elbe ein Grabhügelfeld aus der jüngeren Bronzezeit. Obertägig sind die einstigen Hügel dabei gar nicht mehr sichtbar. Vermutlich wurden sie durch die intensive Ackerbauliche Nutzung dieser Region in den vergangenen Jahrhunderten vollständig eingeebnet. Aufgrund der starken Trockenheit im Sommer 2019 zeichneten sich die von kleinen Gräben umringten Strukturen jedoch deutlich im Luftbild ab. Dabei konnten mindestens 19 Grabhügel identifiziert werden. Ihre Bauweise zeichnet sie als Gräber der jungbronzezeitlichen Lausitzer Kultur aus. Entsprechende Funde sind bislang jedoch nicht bekannt.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckSichtbarkeit der Bodendenkmäler
Die Veränderungen im Verlauf der Elbe in den vergangenen Jahrtausenden bestimmen maßgeblich den Untergrund. Der Niederungsbereich der Elbe wird vom Wechsel der Sandbänke und Altarme bestimmt, die noch immer stärker mit Feuchtigkeit gespeist werden. Aus der Vogelperspektive sind sie noch deutlich sichtbar und bieten im Sommer ein gestreiftes Bild von schon reifen und noch grünen Getreidepflanzen. Die große Hitze im Sommer 2019 sorgte jedoch für eine erhebliche Absenkung des Grundwasserpegels in Bodenschichten bis 1,8 m Tiefe. Damit wurden viele Pflanzen vom Grundwasser abgeschnitten und waren von Oberflächenwasser abhängig. Dort wo in vergangener Zeit jedoch tiefgreifend in die Bodenstruktur eingegriffen worden ist, wie in den kreisförmigen Gräben um die Hügel oder die Grabgruben, wurde die Feuchtigkeit viel länger gespeichert.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckBildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2015.
Entdeckung der Grabhügel
Vier der Hügel, die auf Sandbänken und kiesigem Untergrund liegen wurden bereits im Sommer 2005 entdeckt. Durch die Dürre im Sommer 2019 und die Absenkung des Grundwasserspiegels wurden erstmalig auch in den Bereichen Bewuchsmerkmale sichtbar, die für gewöhnlich gut durchfeuchtet und gleichmäßig grün sind. Anstelle der zuvor bekannten vier Grabhügel wurde nunmehr ein dicht belegtes Hügelgräberfeld von mindestens 19 Grabbauten sichtbar. Die Hügel besitzen einen Durchmesser von 8–13 m, dazwischen zeigt sich eine Vielzahl von Flachgräbern. Art und Aufbau des Bestattungsplatzes lassen darauf schließen, dass es sich um Urnengräber der jüngeren Bronzezeit handelt. Bislang ist der Fundplatz nur von Luftbildern bekannt. Lesefunde oder Grabungen, die das Alter des Hügelgräberfeldes sichern könnten, fanden bislang nicht statt.
Ronald Heynowski/Annemarie ReckBildquelle Ronald Heynowski, Foto ©LfA 2019.
Literatur
Ronald Heynowski, Luftbilder unter extremer Dürre. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 222–223.
Hinweis zum Denkmalschutz
Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.
Permalink
https://archaeo-sn.de/ort/huegelgraeberfeld-von-kaucklitz/
Zitat des Beitrags
Ronald Heynowski/Annemarie Reck, Hügelgräberfeld von Kaucklitz. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (04.09.2024). https://archaeo-sn.de/ort/huegelgraeberfeld-von-kaucklitz/ (Stand: 19.08.2026)