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Der
Der Nachgang des Klosters

Kloster Remse

Ort: Remse (Remse, Zwickau)
Typ: Klosteranlage
Datierung: Hochmittelalter | Spätmittelalter | 1150 - 1533 n. Chr.

Beschreibung

Die Stiftung des Benediktiner-Nonnenklosters Remse wurde wahrscheinlich durch die 1143 von Kaiser Konrad III. (1127–1152) gemachte großzügige Schenkung von 100 Königshufen Land beiderseits der Zwickauer Mulde an das Mutterkloster Bürgel ermöglicht. Das thüringische Kloster Bürgel war nur zehn Jahre zuvor von Markgraf Heinrich und seiner Frau Bertha von Groitzsch gestiftet worden. Die reiche kaiserliche Schenkung bot die wirtschaftliche Grundlage zur Stiftung des Tochterklosters Remse. Frühestens ab 1165 kann es als tatsächlich bestehend nachgewiesen werden. Das dazu gehörende Dorf Remse entstand vermutlich kurze Zeit später. Seine verkehrsgünstige Lage am Fluss und an einem Zweig des Böhmischen Steiges, der von Altenburg über Grünhain bis nach Vejprty (Weipert) in Tschechien führte, ist dabei vermutlich kein Zufall. Bereits 1533 wurde das Kloster infolge der Reformation jedoch aufgelöst.

Stefanie Bilz/Annemarie Reck

Der "Rote Stock"

Vom mittelalterlichen Kloster ist heute nur ein Gebäude erhalten, der sogenannte Rote Stock. Sein Name leitet sich von der Farbe des zum Bau verwendeten Gesteins ab. Der Rote Stock geht wahrscheinlich auf die Überreste des romanischen Westwerks der dreischiffigen Klosterkirche zurück. Das dreigeschossige, quaderförmige Gebäude, das oft auch als Querturm bezeichnet wird, besitzt massive Seitengiebel und wird durch Gurtgesimse horizontal gegliedert. Dieser Aufbau lässt darauf schließen, dass der Rote Stock im Zuge der Klostererneuerung 1280 errichtet oder zumindest umgebaut wurde. Die Innenräume weisen in allen Stockwerken gewölbte Decken auf. Hervorzuheben ist jedoch das zweite Geschoss mit seinem Kreuzgratgewölbe, das auf romanischen Kämpfern aufliegt.

Stefanie Bilz/Annemarie Reck

Bildquelle R. Heynowski, Foto ©LfA 2012.

Der Nachgang des Klosters

Nach der Auflösung des Klosters, fiel der Lehnsbesitz 1543 durch Kauf an die Herren von Schönburg, die aus dem Kloster ein Rittergut machten. Umbauten in der Folgezeit verliehen dem Kloster ein schlossähnliches Äußeres. Seine das Ortsbild heute noch prägende Form erhielt der Rote Stock erst in den 1840er-Jahren, als er zum Wohnhaus umgestaltet und ein weiteres Wohngebäude angebaut worden war. Zu Zeiten der DDR wurde das ehemalige Kloster durch die ortsansässige LPG landwirtschaftlich genutzt. 1993 erfolgte eine Sanierung des Roten Stocks. Heute steht er genau gegenüber der einschiffigen, romanischen Kirche im Ortskern von Remse.

Stefanie Bilz/Annemarie Reck

Bildquelle R. Spehr, Foto ©LfA 1992.

Literatur

Stefanie Bilz, Kloster Remse. In: Regina Smolnik/Ronny Zienert (Hrsg.), Höhenflüge. Luftbilder und Archäologie in Sachsen (Dresden 2024) 184–185.
Richard Steche, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Amtshauptmannschaft Glauchau (Dresden 1890).

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags / Citation

Stefanie Bilz/Annemarie Reck, Kloster Remse. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (31.05.2024). https://archaeo-sn.de/ort/kloster-remse/ (Stand: 17.07.2024)

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