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Geschichte
Niedergang

Schloss Dewin

Ort: Döben (Grimma, Leipzig)
Typ: Schlossanlage
Datierung: Spätmittelalter | Neuzeit | ab ca. 1050 – 1971 n. Chr.

Beschreibung

Nur etwa 400 m westlich des „Zetten“ wurde im 11. Jahrhundert n. Chr. eine neue Burganlage errichtet, die Burg Dewin (Döben). Sie zeichnete sich vor allem durch ihre strategisch bessere Lage aus, als auch durch ihre im Vergleich mit dem „Zetten“ geringere Größe. Auf einem felsigen Sporn über der Mulde, dem sogenannten Schlossberg, befand sich die Hauptburg. In späterer Zeit wurde sie als Schloss und Rittergut genutzt. Auf dem höher gelegenen Kirchberg befand sich die einstige Vorburg. Als Gründer der Burganlage wird allgemein Graf Wiprecht von Groitzsch (1050–1124) angesehen, der sich in dieser Gegend eine Herrschaft aufbauen wollte. Jedoch gilt als gesichert, dass bereits vorher ein deutscher Burgwardssitz in Döben bestand. Aus den Quellen für das Jahr 1046 ist in Döben ein Burgward namens Grobi bekannt. Unklar ist jedoch, ob er noch auf der ehemals slawischen Burganlage, dem „Zetten“ aufsaß oder ob er seinen Sitz bereits weiter westlich auf den Schloss- oder Kirchberg verlegt hatte.

Annemarie Reck

Link https://www.schlosshof-doeben.de/geschichte/

Geschichte

1117 unterwarf Wiprecht der Jüngere den Burgward in Döben und nahm zudem 24 weitere befestigte Orte in der näheren Umgebung ein. Nach dem Aussterben des Hauses Groitzsch in den Jahren 1135 bis 1143 wurde anstelle des Döbener Burgwards ein staufischer Burggraf eingesetzt. Im Zuge eines Erbstreits wurde 1189 der Markgraf von Meißen, Otto der Reiche, von seinem Sohn Albrecht im Taubenturm der Burg Dewin festgesetzt. Auf Befehl Kaiser Friedrich I. Barbarossas (1122–1190) musste er jedoch bald wieder freigelassen werden. Spätestens 1286 fiel die Burggrafschaft an die Wettiner und wechselte in den kommenden Jahrhunderten noch vielfach den Besitzer. Auf dem Gelände zutage getretene Säulenreste konnten auf das Jahr 1140 datiert werden. Die eigentliche Schlossanlage wurde jedoch im 14. Jahrhundert errichtet. Sie gruppierte sich um einen Dreieckhof an der Spitze des Sporns. Bis ins 17. Jahrhundert unterlagen die Gebäude verschiedenen An- und Umbauten. Nach einem Brandereignis wurde das Schloss 1857–1859 vom Oberlandbaumeister Karl Moritz Haenel im Stil der der Neorenaissance umgestaltet.

Annemarie Reck

Bildquelle O. Braasch, Foto ©LfA 1996.

Niedergang

Das Ende des Zweiten Weltkrieg markierte den Niedergang des eigentlich unbeschadet gebliebenen Gebäudes. Die letzte Schlossherrin Annie von Böhlau und ihre Tochter Jutta mussten das Schloss nach Kriegsende verlassen, wonach es Plünderungen anheimfiel. Später wurde das Schloss als Baustofflager genutzt und teils abgebrochen. Bereits in den 1950er-Jahren war schon kein Dach mehr vorhanden, woraufhin die Gebäude rasch verfielen. 1971 erfolgte die Sprengung des seit 1966 unter Denkmalschutz stehenden Schlosses. Trotz großer Bemühungen und des offiziellen Einspruchs vonseiten der Denkmalpflege konnte das Gebäude nicht gerettet werden. Von der ursprünglichen Substanz blieben nur verstürzte Keller, ein Pavillon aus dem Jahr 1740 und einige Wirtschaftsgebäude des vorderen Rittergutes erhalten. Der ehemalige Halsgraben vor der Schlossanlage war nach dem Abriss mit den Trümmern verfüllt worden. Ab 1993 wurde die Schlossanlage wiederhergerichtet.

Annemarie Reck

Bildquelle OA 42210, 368, Brief ©LfA 1970.

Literatur

Klaus Kroitzsch, Der „Zetten“ und das Schloss Döben. In: Leipzig und sein Umland. Archäologie zwischen Elster und Mulde. Führer archäologischer Denkmäler in Deutschland 32 (Stuttgart 1996) 187–190.

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags

Annemarie Reck, Schloss Dewin. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (11.11.2024). https://archaeo-sn.de/ort/schloss-dewin/ (Stand: 15.08.2026)

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