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Grabbeigaben
Einflüsse der Keramik

Schnurkeramisches Grab von Laußnitz

Ort: Laußnitz (Laußnitz, Bautzen)
Typ: Körpergräber mit unbekanntem Grabbau
Datierung: Spätneolithikum | Schnurkeramische Kultur | 2800 - 2200 v. Chr.

Beschreibung

In einer Kiesgrube am Waldrand der Laußnitzer Heide wurden Ende 1963 von dem Imker Arthur Gaitzsch die Reste eines Grabes der Schnurkeramischen Kultur entdeckt. Bei der späteren Besichtigung durch einen Mitarbeiter des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden konnten weder die Spuren eines Grabhügels, noch die einer Grabgrube gefunden werden. Auch Skelettreste waren in dem Sandboden nicht erhalten. Dennoch deuten die Fundobjekte in ihrer Zusammensetzung klar auf eine spätneolithische Bestattung hin.

Annemarie Reck

Grabbeigaben

Aufgrund des Abstandes der Funde zueinander, ist sowohl denkbar, dass es sich um ein einzelnes Grab handelt, als auch um zwei nahe beieinander gelegene. Neben den zerscherbten Resten einer großen unverzierten Amphore konnte nur 20 cm entfernt ein kleineres Gefäß gleicher Machart mit Schnurverzierung am Hals gefunden werden. Unweit daneben befanden sich außerdem ein dicknackiges Felsgesteinsbeil sowie ein spitznackiges Beil aus Feuerstein. Dieses kann dem Viervitzer Typ zugeordnet werden und ist als Grabbeigabe neben einen Felsgesteinsbeil jedoch eher selten. Nur 50 cm nordöstlich davon lagen die Bruchstücke eines großen verzierten Henkelbechers. Er besitzt ein mehrzeiliges Winkelband, das zwischen waagerechten Schnurlinien liegt.

Annemarie Reck

Bildquelle R. Spehr 1964, 78.

Einflüsse der Keramik

Die Art der Verzierung im Halsbereich des Bechers scheint, nach Reinhard Spehr, typisch für die Uckermärkische Gruppe der Oderschnurkeramik zu sein, wodurch sich deutliche Beziehungen in dieses Gebiet zeigen. Aus der Oberlausitz sind neben dem Fund von Laußnitz bereits mehrere Gefäße mit dieser Verzierung bekannt, einzelne wenige Exemplare kommen auch noch im Sächsisch-Thüringischen Verbreitungsgebiet der Schnurkeramik vor. Innerhalb der Oberlausitzer Gruppe der Schnurkeramik gehört das Grab von Laußnitz zu den am westlichsten gelegenen.

Annemarie Reck

Bildquelle OA 52470, 333/A. Reck Bearbeitung ©LfA 2023.

Literatur

Reinhard Spehr, Ein Grabfund der Schnurkeramik von Laußnitz, Kr. Kamenz. In: Ausgrabungen und Funde 9, 1964, 76–79.
Reinhard Spehr, Der Schnurkeramische Grabfund von Laussnitz, Kr. Kamenz. In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beih. 18 (Berlin 1988) 87.

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags / Citation

Annemarie Reck, Schnurkeramisches Grab von Laußnitz. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (01.02.2024). https://archaeo-sn.de/ort/schnurkeramische-grab-von-laussnitz/ (Stand: 24.05.2024)

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