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Befunde
Keramik
Bronzezeitliche Siedlungen

Bronzezeitliche Siedlung bei Niedermuschütz

Ort: Niedermuschütz (Diera-Zehren, Meißen)
Typ: Siedlung
Datierung: Frühneolithikum | Stichbandkeramische Kultur | Jüngere Bronzezeit | ältere Lausitzer Kultur | Spätmittelalter | 5000 - 4500 v. Chr. | 1350 - 1000 v. Chr.

Beschreibung

Nordöstlich des Ortes Niedermuschütz wurden auf einem terrassenartigen Hochufer der Elbe im Bereich einer Gärtnerei wurden im Jahr 2003 Teile eines bronzezeitlichen Hausgrundrisses aufgedeckt. Seit 1972 war die Fundstelle durch Oberflächenfunde bekannt. Der Fundort liegt etwa 1 km südwestlich der etwa gleichzeitigen Göhrisch Schanze. Außerdem gibt es Einzelfunde von Scherben der Stichbandkeramischen Kultur und des Spätmittelalters.

Annemarie Reck

Befunde

Während der Grabung kamen reihenhafte Pfostengruben mit Standspuren und ein Wandgräbchen zutage, die zu einem in Schwellenbauweise errichtetem Gebäude gehören. Daneben wurden zwei kegelstumpfförmige Vorratsgruben ausgegraben. Eine enthielt eine unbeschädigte Handmühle aus Läufer und Unterlieger, die andere nahezu vollständige Vorratsgefäße. Darunter auch Keramikfragmente von Gefäßen mit Innenteilung.

Annemarie Reck

Bildquelle M. Gutsche, Umzeichnung ©LfA 2003.

Keramik

Die Keramikreste zeigen große Ähnlichkeit zu Funden aus drei Grabinventaren, die 1974 am Fuße des Göhrisch ausgegraben wurden. Dabei handelt es sich um typische Formen der „Buckelkeramik“ und „gerillter Keramik“, wie sie von der älteren Lausitzer Kultur hergestellt wurden.

Annemarie Reck

Bildquelle M. Gutsche, Foto ©LfA 2003.

Bronzezeitliche Siedlungen

Das mittelsächsische Lösshügelland ist eine Altsiedellandschaft, die seit der Jungsteinzeit aufgesucht wird. Es gehört zu den fruchtbarsten Regionen Sachsens und spielte daher neben den nahegelegenen Burgen an der Rauhen Furt eine wichtige Rolle im jünger bronzezeitlichen Siedlungsgeflecht. Die Weiler und Gehöfte im Umland der Burgen produzierten den landwirtschaftlichen Überschuss, der in die überregionalen Tauschsysteme eingespeist werden konnte. Immer häufiger kommen bei Flächengrabungen einzelne Schwellenbalkenhäuser zutage, die von Silogruben umgeben sind. Das sich daraus ergebende Muster gibt der Archäologie Aufschluss über die bronzezeitliche Besiedlung im Hinterland der befestigten Burganlagen.

Annemarie Reck

Bildquelle M. Gutsche, Foto ©LfA 2002.

Literatur

Michael Strobel, EAC-Exkursion „Rauhe Furt“ Samstag, 15.10.2022, Begleitheft, 2022, 15–17.

Hinweis zum Denkmalschutz

Archäologische Denkmäler stehen unter dem Schutz des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Für Bodeneingriffe oder Baumaßnahmen ist eine denkmalrechtliche Genehmigung erforderlich.

Permalink

Zitat des Beitrags / Citation

Annemarie Reck, Bronzezeitliche Siedlung bei Niedermuschütz. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | SN (01.02.2024). https://archaeo-sn.de/ort/siedlung-bei-niedermuschuetz/ (Stand: 24.05.2024)

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